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<title>Denar (Rom)</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Denar (Rom)</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Der <b>Denar</b> (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Latein" title="Latein">lateinisch</a></span> <span lang="la-Latn" style="font-style:italic"><i>denarius</i></span>, von <i>deni:</i> <a href="Distributiv" title="Distributiv">je zehn</a>) war ein antikes, mittelalterliches und neuzeitliches <a href="M%C3%BCnznominal" title="Münznominal">Münznominal</a>, anfänglich <a href="Feinsilber" title="Feinsilber">feinsilbern</a> und von mittlerem Wert, durch <a href="Inflation" title="Inflation">inflationäre</a> Prozesse immer geringwertiger werdend und schließlich <a href="Kupfer" title="Kupfer">kupfern</a>. Er galt ursprünglich als „Zehnfaches“ eines Ganzen, nämlich als Zehnfaches der <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">römischen</a> Gewichts- und Geldeinheit, des <a href="Bronze" title="Bronze">Bronze</a>-<a href="As_(Einheit)" title="As (Einheit)">As</a>. Der Denar war der antike Vorläufer des <a href="Pfennig" title="Pfennig">Pfennigs</a> oder des <a href="Penny_(M%C3%BCnze)" title="Penny (Münze)">Pennys</a> und des noch heute gebräuchlichen Münz- beziehungsweise Währungsnamens <a href="Dinar" title="Dinar">Dinar</a>.
</p><p>Frühe römische Denarii trugen als Mehrfaches eines Ganzen darum – neben den As-Münzen und deren Teilstücken – ebenfalls eine Wertangabe im <a href="M%C3%BCnzpr%C3%A4gung" title="Münzprägung">Gepräge</a>, und zwar die Wertzahl X (für 10 Asse). Einige spätere Denarii trugen die XVI in Bezug auf die nunmehr gewichtsmäßig verringerten 16 Bronze-Asse, wobei es um etwa 130 v. Chr. zusätzlich zu einer Metallpreisverschiebung zwischen Silber und Bronze kam. Dementsprechend hatte der frühe Halbdenar (<a href="Quinarius_nummus" title="Quinarius nummus">Quinarius nummus</a>) die Wertzahl V sowie der frühe Silber<a href="Sesterz" title="Sesterz">sesterz</a> als Vierteldenar die Wertzahl IIS (in Dokumenten oft auch als HS geschrieben) für „2½“. Die Nominal-Wertangaben wurden ab etwa 100 v. Chr. wieder weggelassen. Erst bei einigen späten römischen Bronzeprägungen erscheinen wiederum römische Zahlenwerte auf <a href="Follis" title="Follis">Follis</a>-Münzen, offenbar als Vielfache des Wertes von Zählpfennigen <i>(denar communis)</i>, die allerdings auch als Gewichtsangaben eines Bronze-<a href="M%C3%BCnzfu%C3%9F" title="Münzfuß">Münzfußes</a> interpretiert werden können.
</p><p><span id="Antike"></span>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Antike">Antike</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Wert_und_Wertverfall">Wert und Wertverfall</h3></div>
<p>Von etwa 211 v. Chr. bis in das 3. Jahrhundert n. Chr. war der Denarius die <a href="Silberm%C3%BCnze" title="Silbermünze">Hauptsilbermünze</a> <a href="Rom" title="Rom">Roms</a> mit anfänglich mittlerer Kaufkraft. Die Kaufkraft eines Denars, gemessen an heutigen Waren und Dienstleistungen, lag bei Kaiser <a href="Augustus" title="Augustus">Augustus</a>, um 13 v. Chr., noch bei etwa 15 bis 25 Euro und verfiel bis zum Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. auf wenige Euro, um im 3. Jahrhundert n. Chr. mit dem weiter bis fast auf Null schwindenden Silbergehalt ganz zu verfallen. Der <i>heutige</i> reine <a href="Silberpreis" title="Silberpreis">Silberpreis</a> im Jahr 2019 von ca. 2 Euro bei etwa 4 bis 4,5 g Raugewicht eines frühen Denars kann nicht mit der damaligen Kaufkraft verglichen werden. Der Aufwand bei der römischen Silbergewinnung und damit der damalige Silberpreis waren aufgrund der wesentlich geringeren Produktivität bei der Erzgewinnung und der weiteren Verarbeitung viel höher als heute.
</p><p>Der späte, fast silberfreie Denar verschwand zusammen mit seinem kupfernen Teilstück infolge inflationärer Prozesse im 3. Jahrhundert n. Chr. praktisch ganz aus dem Umlauf, scheint aber als Zähl-Denar, der <i>denar communis,</i> noch längere Zeit in Gebrauch geblieben zu sein, und zwar als „Äquivalent“ für ca. 1/6000 bis 1/8500 eines Aureus beziehungsweise etwa 1/50.000 eines Pfundes Gold von 327,45 g. Bis um etwa 200 n. Chr. wurden Geldbeträge in Verträgen, Löhnen, Preisen etc. fast immer nur in „guten“ Vierteldenaren, den Sesterzen, angegeben. In spätrömischen Preislisten, zum Beispiel bei Kaiser <a href="Diokletian" title="Diokletian">Diokletian</a> um 301, hatten die großen Beträge der bereits entwerteten Zähldenare keinen konkreten Bezug mehr zu den frühen, niedrigen Denar- und Sesterzpreisen.
</p>
<p>Die erste <a href="M%C3%BCnzpr%C3%A4gung" title="Münzprägung">Prägung</a> eines Denars als <a href="Kurantm%C3%BCnze" title="Kurantmünze">Kurantmünze</a> erfolgte während der <a href="R%C3%B6mische_Republik" title="Römische Republik">römischen Republik</a> ab etwa 211 v. Chr., wahrscheinlich während des <a href="Zweiter_Punischer_Krieg" title="Zweiter Punischer Krieg">Zweiten Punischen Krieges</a>. Sein Vorgänger war wahrscheinlich der in oder für Rom nach etwa 241 v. Chr. im griechischen Stil geprägte silberne <a href="Quadrigatus" title="Quadrigatus">Quadrigatus</a> mit der Aufschrift ROMA. Der Denar bildete zusammen mit dem As bis zur Währungsreform unter Kaiser <a href="Augustus" title="Augustus">Augustus</a>, ab etwa 27 v. Chr., ein Silber-Bronze-Kurantwährungssystem mit einem Wertverhältnis von etwa 1:120. Bis in die <a href="R%C3%B6mische_Kaiserzeit" title="Römische Kaiserzeit">römische Kaiserzeit</a> hinein, etwa bis 64 n. Chr., handelte es sich beim Denar fast immer um eine Silberprägung hoher Feinheit ohne absichtliche Kupferbeilegierung mit einem <a href="Fein-_und_Raugewicht" title="Fein- und Raugewicht">Raugewicht</a> von etwa 4,55 g (1/72 römisches Pfund). Später sank das Raugewicht auf 3,89 g (1/84 Pfund). Zu Zeiten <a href="Nero" title="Nero">Neros</a> wurde das Gewicht noch einmal auf 3,4 g (1/96 Pfund) herabgesetzt, was dem Raugewicht von drei Scripula oder etwa einer damaligen <a href="Griechische_Drachme#Die_antike_Drachme" title="Griechische Drachme">Drachme</a> gleichkam.
</p><p>Die Schwankungsbreiten des Raugewichts sind bei vielen römischen Münzen, auch die einer gleichen Prägecharge, im Vergleich zu heute mit ± 5–20 % als sehr hoch zu bezeichnen, wobei Münzbeschneidungen oder Materialabfeilungen sicherlich an der Tagesordnung waren. Die Gussschrötlinge wurden offenbar auch gewichtsmäßig nicht <a href="Justierung" title="Justierung">justiert</a>. Bis etwa 200 n. Chr. hatten zu wirtschaftlich <i>noch</i> stabilen Zeiten Verschlechterungen des Feingehalts keinen nennenswerten Einfluss auf die Kaufkraft des Denars innerhalb einer Generation. Der Denar wurde wie eine moderne <a href="Scheidem%C3%BCnze" title="Scheidemünze">Scheidemünze</a> – also zum Nennwert und nicht nach dem Materialwert – behandelt und daher auch selten nachgewogen. Er war im römischen Reich <i>die</i> Silbermünze schlechthin, sodass im griechischsprachigen Osten des Reiches für den Silberdenar oft der Begriff α̉ργυρία (argyria, griechisch: Silberstück) verwendet wurde,<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> von <a href="Martin_Luther" title="Martin Luther">Martin Luther</a> mit „Silberling“ übersetzt. Erst im 3. Jahrhundert, als die staatliche Autorität verfiel und massenhaft Kupfergeld aufkam, brach die Kaufkraft des Denars weg.
</p><p>Der Wert des Denars entsprach anfangs dem von 10 bronzenen Asses, später, etwa ab 130 v. Chr., dem Wert von 16 geminderten Asses. Hinsichtlich des Silbergehaltes wurde dem Denar schon früh Misstrauen entgegengebracht, daher wurden zeitweise „gesägte“ Prägungen (<a href="Serratus_(M%C3%BCnze)" title="Serratus (Münze)">Serrati</a>) herausgegeben, die überdies einen optischen Schutz vor den wertmindernden Beschneidungen boten. Die spätere Riffelung von Münzrändern mit Rändelmaschinen ab etwa 1700 hatte ihren Ursprung im Serratus.
</p><p>In Kriegszeiten kam es auch offiziell vor, dass versilberte Kupferdenare zum Zwangskurs ausgegeben wurden, die jedoch nach Kriegsende angeblich wieder in echte Silberdenare umgetauscht worden sein sollen; siehe auch <a href="Subaeratus" title="Subaeratus">Subaeratus</a>. Im Verlauf der Kaiserzeit wurde der Silbergehalt durch zunehmende Beilegierung von Kupfer nach etwa 64 n. Chr. erst nur geringfügig, dann immer weiter vermindert. Um 200 n. Chr. lag er nur noch bei rund 40 bis 50 Prozent, der Denar war somit eine <a href="Billon" title="Billon">Billonmünze</a>. Dies hatte zur Folge, dass er endgültig zur gesetzlichen Scheidemünze mit Bezug auf den <a href="Aureus" title="Aureus">Aureus</a> wurde. Teilweise wurde dem Münzsilber neben Kupfer auch Zinn oder Blei beilegiert. Die Münzen wurden dadurch nicht ganz so schnell dunkel und rötlich wie bei einem hohen Kupferanteil; außerdem konnte das eingesparte Silber für weitere Denarausprägungen verwendet werden. Der Aureus wurde über die Jahrzehnte ebenfalls im Raugewicht vermindert, teilweise auch im Feingehalt, was bei Exemplaren mit „dunklerem Aussehen“ sichtbar ist. Er blieb jedoch immer – im Gegensatz zum Denar – römische Kurantmünze.
</p><p>Durch die ständigen Gewichts- und Feingehaltsverminderungen des Denars kam es Mitte des 3. Jahrhunderts bei den Silberprägungen zur Währungskatastrophe. Der Feingehalt des Denars verringert sich von 1/100 bis auf 1/140 des römischen Pfundes. Danach tauchte der Denar nur noch selten auf und war nur noch eine versilberte Kupfermünze, zum Beispiel unter <a href="Gallienus" title="Gallienus">Gallienus</a>. Die frühe <a href="Siliqua" title="Siliqua">Siliqua</a> der Spätantike könnte als Denar-Reformversuch angesehen werden, nachdem der <a href="Argenteus" title="Argenteus">Argenteus</a> gescheitert war.
</p><p>Die Münzverschlechterungen des Denars, des Aureus und anderer Nominale verliefen nicht gleichmäßig. Es gab kurzzeitig auch Erhöhungen des Raugewichts und des Feingehalts, vielleicht weil kurzfristig mehr Edelmetalle verfügbar waren (Beutemetall) oder weil die Eichgewichte schwankten. Diese kurzzeitigen Münzverbesserungen traten bis zum Zerfall Westroms bei allen Nominalen hin und wieder auf, was aber die Tendenz des Wertverfalls über die Jahrhunderte nicht beeinflusste.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Doppeldenar:_der_Antoninian">Doppeldenar: der Antoninian</h3></div>
<p>Infolge der zunehmenden Inflationen kam es erstmals unter <a href="Caracalla" title="Caracalla">Caracalla</a> zur Prägung von Doppeldenaren (die nach-antike Bezeichnung ist <i><a href="Antoninian" title="Antoninian">Antoninian</a></i>; die originale Bezeichnung ist unbekannt, nach neueren Forschungen angeblich <i>Bicharactus</i>). Auch der Antoninian ging den Weg der Abwertung – wie zuvor schon der Denar. Vor allem zur Zeit <a href="Aurelian" title="Aurelian">Aurelians</a> wurde auf die inzwischen nur noch kupfernen Antoniniane durch eine spezielle Säurebehandlung, den Silbersud (auch Weißsieden genannt), eine dünne silberne Oberfläche aufgebracht, was annähernd einem staatlichen Münzbetrug gleichkam. Die zeitgenössischen Kaufleute – Geldwechsler <i>(nummularii)</i>, Bankiers <i>(argentarii)</i> und Händler – wussten allerdings sehr gut zwischen den Feingehalten und damit den wahren Werten der verschiedenen Münzen zu unterscheiden und zogen ebenfalls ihren Profit daraus.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Gestaltung">Gestaltung</h3></div>
<p>Die frühen republikanischen Denare nach 211 v. Chr. waren anfangs fast immer mit dem Kopfprofil des Gottes <a href="Mars_(Mythologie)" title="Mars (Mythologie)">Mars</a>, der römischen Stadtgöttin <a href="Roma_(Mythologie)" title="Roma (Mythologie)">Roma</a>, der <a href="Bellona" title="Bellona">Bellona</a> oder der <a href="Diana" title="Diana">Diana</a> versehen, was allein am behelmten Kopfprofil nicht immer leicht zu unterscheiden ist. Damals war es noch nicht üblich, lebende Personen abzubilden. Die Tradition, meist weibliche Gottheiten oder Schutzpatroninnen abzubilden, hat sich bis heute gehalten: von <a href="Britannia_(Personifikation)" title="Britannia (Personifikation)">Britannia</a>, <a href="Germania_(Personifikation)" title="Germania (Personifikation)">Germania</a>, <a href="Helvetia" title="Helvetia">Helvetia</a>, <a href="Marianne" title="Marianne">Marianne</a>, <a href="Franconia" title="Franconia">Franconia</a> und anderen weiblichen Allegorien für Länder, Regionen und Städte bis zu den Galionsfiguren am Bug von Segelschiffen und den Schlachtschiffen des Ersten Weltkriegs. Auch Adler, Kronen, Zepter, Füllhörner, Lorbeer- und Eichenlaub sind noch heute auf Zahlungsmitteln zu finden.
</p><p>Unter den <a href="R%C3%B6mischer_Diktator" title="Römischer Diktator">römischen Diktatoren</a> <a href="Lucius_Cornelius_Sulla_Felix" title="Lucius Cornelius Sulla Felix">Lucius Cornelius Sulla Felix</a> und <a href="Gnaeus_Pompeius_Magnus" title="Gnaeus Pompeius Magnus">Gnaeus Pompeius Magnus</a>, später besonders bei <a href="Gaius_Iulius_Caesar" title="Gaius Iulius Caesar">Gaius Iulius Caesar</a> kam zum Namenszug der Kopf des nun „gottgleichen“ Münzherrn anstelle der Roma oder eines anderen Gottes hinzu, wenn auch nicht auf allen Denaren. Schon früh war es üblich, auch den Namen des Münzmeisters, der als hoher republikanischer Beamter die Münzqualität garantierte, und diverse Stempelzeichen mit einzuprägen. Diese werden heute als „Seriennummern“ von Prägestempeln interpretiert. Später gab es nur noch kleine symbolische <a href="M%C3%BCnzmeisterzeichen" title="Münzmeisterzeichen">Münzmeisterzeichen</a>, da der Platz auf den Münzen zunehmend dem kaiserlichen Münzherrn vorbehalten blieb.
</p><p>Erst in der Kaiserzeit sind Denare fast regelmäßig mit dem natürlichen, das heißt ungeschönten <a href="Portr%C3%A4t" title="Porträt">Porträt</a> des Münzherrn (das aber bei <a href="Augustus" title="Augustus">Augustus</a> nicht mehr „alterte“) sowie mit der zumeist umfangreichen, nun abgekürzten Titulatur versehen. Dies erlaubt eine ziemlich genaue Datierung der Münzen und damit oft auch der archäologischen Fundumstände. Die Porträts sind während der gesamten Kaiserzeit großteils mit einem Lorbeerkranz versehen. Oft wurden auch Prägungen mit dem Porträt der Ehefrau oder der Mutter des Kaisers ausgegeben – oder mit dem Porträt seines (Adoptiv-)Sohnes und dem <a href="Caesar_(Titel)" title="Caesar (Titel)">Caesar</a>-Titel dieses künftigen Nachfolgers.
</p>
<p>Die Rückseiten der Münzen sind sehr unterschiedlich gestaltet und dienten insbesondere der <a href="Propaganda" title="Propaganda">Propaganda</a>, indem sie zum Beispiel mit <a href="Allegorie" title="Allegorie">Allegorien</a> auf die Fürsorge des Kaisers oder seine Heldentaten hinwiesen (<a href="F%C3%BCllhorn" title="Füllhorn">Füllhorn</a>, <a href="Clementia_(Mythologie)" title="Clementia (Mythologie)">Clementia</a>, <a href="Providentia" title="Providentia">Providentia</a>, <a href="Indulgenz" title="Indulgenz">Indulgentia</a>, <a href="Securitas_(Mythologie)" title="Securitas (Mythologie)">Securitas</a> etc.) oder bestimmten <a href="R%C3%B6mische_Legion" title="Römische Legion">römische Legionen</a> nach militärischen Siegen huldigten. In der Zeit der Soldatenkaiser wurden so auch die Legionen gewürdigt, die den neuen <a href="Imperator" title="Imperator">Imperator</a> ausgerufen hatten.
</p><p>Ganz allgemein kann man sagen, dass besonders die römischen Münzen in einer Zeit des weitverbreiteten Analphabetismus mit solchen allegorischen Figuren versehen wurden, die eine hohe Symbolkraft hatten und auch ein Kennzeichen des Nominals waren. Alle antiken Münzen hatten mangels anderer bildlicher Kommunikation „Flugblattcharakter“. Besonders gern wurden – neben dem Abbild des Diktators oder Kaisers – Gottheiten, Kultgegenstände, Waffen, Werkzeuge, Gebäude, Schiffe, Tiere, Pferdegespanne in meist hoher künstlerischer Qualität abgebildet.
</p><p>In der Kaiserzeit lag das <a href="M%C3%BCnzregal" title="Münzregal">Münzregal</a> und damit das Gestaltungsrecht für die Edelmetallmünzen (wie Aureus und Denar) direkt beim Kaiser. Das Gestaltungsrecht bei Messing- und Bronzemünzen (wie Sesterz, Dupondius, As, Semis und Quadrans) hatte der <a href="R%C3%B6mischer_Senat" title="Römischer Senat">Senat</a>, worauf die häufige Abkürzung SC (<i>senatus consulto</i>, „auf Senatsbeschluss“) hinwies. Gelegentlich bestimmte der Kaiser bei den Scheidemünzen mit, wenn es um das Abbild einer ihm wichtigen Person oder eines Vorganges ging, da sich die Bronzemünzen aufgrund ihres meist größeren Durchmessers für Propagandazwecke besonders gut eigneten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Prägequalität"><span id="Pr.C3.A4gequalit.C3.A4t"></span>Prägequalität</h3></div>
<p>Die hohe Abbildungsqualität der Münzen aus <i>festen</i> Münzstätten ging mit dem Zerfall des römischen Imperiums verloren und wurde erst wieder ab etwa 1500 erreicht – bei den <a href="Taler" title="Taler">Talermünzen</a> der Neuzeit. Die Münzen aus den mobilen Feldmünzstätten der militärischen Legionen hatten eher eine schlechtere Abbildungsqualität. Entweder fehlten gute Stempelschneider oder einfach die Zeit für sorgfältige <a href="M%C3%BCnzpr%C3%A4gung" title="Münzprägung">Münzprägungen</a>, da die Truppen ständig mit frischem Geld zu versorgen waren.
</p><p>Bei den umfangreichen römischen Denarprägungen kann man grob unterscheiden zwischen echten in Rom oder Italien geprägten Münzen, kaiserlich privilegierten Provinzialprägungen, Militärprägungen auf Feldzügen und „barbarischen“ Nachahmungen. Obwohl die Denarteilstücke, wie zum Beispiel das bronzene As, damals viel häufiger als der Denar geprägt wurden, haben diese wegen stärkerer Korrosionsanfälligkeit und langem Umlauf relativ selten in <i>guter bis sehr guter Erhaltung</i> bis in unsere Zeit überdauert. Ein „normaler“ Silber-Denar ist daher im Vergleich zu den gut erhaltenen Messing- und Bronzeteilstücken heute relativ preiswert von Sammlern zu erwerben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Parallelwährungen"><span id="Parallelw.C3.A4hrungen"></span>Parallelwährungen</h3></div>
<p>Der Denar war (wie der Aureus) praktisch bis etwa 200 n. Chr. im gesamten römischen Staatsgebiet das einheitliche, dominante Zahlungsmittel. Jedoch gab es gleichzeitig in einigen Provinzen noch ältere Regionalwährungen, die zum Beispiel auf der griechischen Drachme oder auf dem hebräischen <a href="Schekel" title="Schekel">Schekel</a> beruhten. Die Regionalwährungen wurden in Rom als Tributzahlung meist sehr gern genommen. Ihr Verrechnungskurs war so gestaltet, dass sie nach Umschmelzung und Neuausprägung immer noch einen einträglichen Schlagschatz einbrachten. So galt zum Beispiel der <a href="Cistophor" title="Cistophor">Cistophorus</a> der <a href="Asia_(Provinz)" title="Asia (Provinz)">Provinz Asia</a> als Regionalgeld offiziell drei Denare, obwohl drei Denare rund ein Gramm weniger Silber enthielten. So konnten 100 Cistophori für 300 Denare getauscht und in 347 neue Denare umgemünzt werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Mittelalter">Mittelalter</h2></div>
<p>Der Denar wurde durch die Münzreform <a href="Karl_der_Gro%C3%9Fe" title="Karl der Große">Karls des Großen</a> im <a href="8._Jahrhundert" title="8. Jahrhundert">8. Jahrhundert</a> wieder als Hauptmünze des Karolingerreiches erfolgreich eingeführt (→ <a href="Karolingisches_M%C3%BCnzsystem" title="Karolingisches Münzsystem">Karolingisches Münzsystem</a>). Im <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalter</a> war der Denar gleichbedeutend mit dem <a href="Pfennig" title="Pfennig">Pfennig</a>. Dies erklärt auch die Abkürzung „d“, die bis 1971 in Großbritannien für den „alten“ <a href="Penny_(M%C3%BCnze)" title="Penny (Münze)">Penny</a> gebräuchlich war. Auch das für den Pfennig im deutschen Sprachraum gebrauchte Symbol „₰“ ist ein „d“ in <a href="Deutsche_Kurrentschrift" title="Deutsche Kurrentschrift">deutscher Kurrentschrift</a>. Die Bezeichnungen für den französischen <a href="Denier_(M%C3%BCnze)" title="Denier (Münze)">Denier</a>, den portugiesischen <a href="Dinheiro" title="Dinheiro">Dinheiro</a> und den <a href="Dinar" title="Dinar">Dinar</a> leiten sich vom mittelalterlichen Denar ab. Im frühen Mittelalter entsprach ein Denar etwa dem Wert von zehn Hühnern.
</p>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Sachsenpfennig#Münzfuß" title="Sachsenpfennig">Sachsenpfennig – Münzfuß</a> und <a href="Ewiger_Pfennig" title="Ewiger Pfennig">Ewiger Pfennig</a></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Frühe_Neuzeit"><span id="Fr.C3.BChe_Neuzeit"></span>Frühe Neuzeit</h2></div>
<p>Außerhalb des Heiligen Römischen Reiches blieb der Denar in einigen Ländern noch in der Frühen Neuzeit als Kleinsilbermünze im Umlauf. So wurde er noch unter Kaiser <a href="Leopold_I._(HRR)" title="Leopold I. (HRR)">Leopold I.</a> (1658–1705) für das Königreich Ungarn in der Münzstätte <a href="Kremnica" title="Kremnica">Kremnitz</a> geprägt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Peter_Berghaus" title="Peter Berghaus">Peter Berghaus</a>: <i>Denar.</i> In: <i><a href="Reallexikon_der_Germanischen_Altertumskunde" title="Reallexikon der Germanischen Altertumskunde">Reallexikon der Germanischen Altertumskunde</a></i> (RGA). 2. Auflage. Band 5, Walter de Gruyter, Berlin / New York 1984, ISBN 3-11-009635-8, S. 309–312.</li>
<li><a href="Leo_Bloch" title="Leo Bloch">Leo Bloch</a>: <i>Römische Altertumskunde</i> (= <i>Sammlung Göschen.</i> 45, <a href="Zeitschriftendatenbank" title="Zeitschriftendatenbank">ZDB</a>-ID <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=842269-2&key=zdb">842269-2</a></span>). 2., verbesserte Auflage, 2. Abdruck. Göschen’sche Buchhandlung, Leipzig 1901.</li>
<li>Elvira Clain-Stefanelli, Vladimir Clain-Stefanelli: <i>Das große Buch der Münzen und Medaillen.</i> 2. Auflage. Battenberg, Augsburg 1991, ISBN 3-89441-006-X.</li>
<li><a href="Robert_G%C3%B6bl" title="Robert Göbl">Robert Göbl</a>: <i>Antike Numismatik.</i> 2 Bände. Battenberg, München 1978, ISBN 3-87045-144-0.</li>
<li><a href="Wilhelm_Hankel" title="Wilhelm Hankel">Wilhelm Hankel</a>: <i>Caesar. Weltwirtschaft des alten Rom</i> (= <i>Ullstein-Buch.</i> 34882, <i>Ullstein-Sachbuch</i>). Ungekürzte Ausgabe (auf der Grundlage der 2., überarbeiteten Auflage). Ullstein, Frankfurt am Main u. a. 1992, ISBN 3-548-34882-3.</li>
<li><a href="Christopher_Howgego" title="Christopher Howgego">Christopher Howgego</a>: <i>Geld in der Antiken Welt. Was Münzen über Geschichte verraten.</i> Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, (englische Originalausgabe: <i>Ancient History from Coins.</i> Routledge, London u. a. 1995, ISBN 0-415-08992-1).</li>
<li><a href="Friedrich_Hultsch" title="Friedrich Hultsch">Friedrich Hultsch</a>: <i><a href="https://de.wikisource.org/wiki/RE:Denarius" class="extiw external" title="s:RE:Denarius">Denarius</a>.</i> In: <i><a href="Paulys_Realencyclop%C3%A4die_der_classischen_Altertumswissenschaft" title="Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft">Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft</a></i> (RE). Band V,1, Stuttgart 1903, Sp. 202–215.</li>
<li><a href="Maria_Radnoti-Alf%C3%B6ldi" title="Maria Radnoti-Alföldi">Maria Radnoti-Alföldi</a>: <i>Antike Numismatik</i> (= <i><a href="Kulturgeschichte_der_antiken_Welt" title="Kulturgeschichte der antiken Welt">Kulturgeschichte der antiken Welt</a></i>, Bd. 2–3). Philipp von Zabern Mainz, 1978.
<ul><li>Bd. 1: <i>Theorie und Praxis</i>, ISBN 3-8053-0230-4.</li>
<li>Bd. 2: <i>Bibliografie</i>, ISBN 3-8053-0335-1; 2., revidierte und erweiterte Auflage 1982.</li></ul></li>
<li><a href="Otto_Seeck" title="Otto Seeck">Otto Seeck</a>: <i>Geschichte des Untergangs der antiken Welt.</i> Band 2. Siemenroth & Worms, Berlin 1901, (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/geschichtedesun02seecgoog/page/n7">Digitalisat</a>).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Denarius?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Denarius</a></span></b> – Sammlung von Bildern</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Denar" class="extiw external" title="wikt:Denar">Wiktionary: Denar</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.ruhr-uni-bochum.de/althist/muenz/Denar%2019%20v.%20Chr.html">Ein Denar mit dem Bild des Kaisers Augustus (Ruhr-Universität Bochum)</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.landschaftsmuseum.de/Seiten/Lexikon/Muenze.htm">Ein Denar aus dem frühmittelalterlichen Friedhof von Weismain (Landschaftsmuseum Obermain)</a></li>
<li>Ein karolingischer Denar <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.merian.de/bilder/uralte-fundsachen-1.html#page8">Vorder-</a> und <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.merian.de/bilder/uralte-fundsachen-1.html#page9">Rückseite</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.imperiumromanum.com/wirtschaft/wert/wert_01.htm">Zum Wert eines Denars</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.imperiumromanum.com/wirtschaft/geld/geld_index.htm">Übersicht römische Münzen</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bavarikon.de/object/bav:SMM-DDD-00000B3D00000010">Denar Karls des Großen aus Pavia: 3D-Modell im Kulturportal bavarikon</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bavarikon.de/object/bav:SMM-DDD-00000B3D00000011">Portraitdenar Kaiser Heinrichs II. aus Regensburg: 3D-Modell im Kulturportal bavarikon</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Fußnoten"><span id="Fu.C3.9Fnoten"></span>Fußnoten</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Münzen und Geldgewichte aus der Zeit der Bibel</i>. In: <i><a href="Welt_und_Umwelt_der_Bibel" title="Welt und Umwelt der Bibel">Welt und Umwelt der Bibel</a></i>, Jg. 13 (2008), Nr. 47: <i>Gott und das Geld</i>, S. 38.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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